WTA Madrid: Potapova nützt ihre 2. Chance weiter aus
Keine Frage: Der historische erste Finaleinzug einer Österreicherin beim WTA-Heimevent Upper Austria Ladies Linz hat Anastasia Potapova kräftigen Aufwind verliehen. Und das frisch gewonnene Selbstvertrauen spielt die aktuelle rot-weiß-rote Nummer eins bei den Mutua Madrid Open weiterhin aus. Die 25-Jährige hat ebenda so wie im Vorjahr und zum insgesamt siebten Mal in ihrer Karriere das Achtelfinale einer WTA-1000-Veranstaltung erreicht. Potapova (WTA 56) rang die auf 21 gesetzte Lettin Jelena Ostapenko (WTA 40), French-Open-Gewinnerin von 2017, mit 4:6, 6:4, 6:4 nieder und ist damit die erste Lucky Loserin der Turniergeschichte unter den letzten 16. Im Kampf um ihr viertes WTA-1000-Viertelfinale nach Dubai 2021, Miami 2023 und Indian Wells 2024 fordert sie am Montag am Abend im letzten Spiel des Tages im Manolo Santana Stadium keine Geringere als die Nummer zwei der Welt und gleichzeitig der Setzliste: die Kasachin Elena Rybakina, ihres Zeichens Wimbledon-Siegerin 2022 und amtierende Australian-Open-Titelträgerin.
Potapova hatte in Madrid ursprünglich im Qualifikationsfinale ausgerechnet gegen ÖTV-Kollegin Sinja Kraus verloren, war aber durch die Absage von Madison Keys (USA), deren Freilos sie zudem erbte, gleich direkt in die zweite Hauptrunde nachgerückt. Ihre zweite Chance nützte sie bislang perfekt aus: Nach dem 6:3,-6:1-Erfolg über die Chinesin Shuai Zhang (WTA 65) vom Freitag legte sie gegen Ostapenko, trotz Satz- und Breakrückstand (0:1 und 2:3 im zweiten Durchgang), nach und ging im dritten Duell der beiden erstmalig siegreich vom Platz. „Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch auf dieser Welt. Es war ein richtiger Thriller, ein Auf und Ab, eine Achterbahnfahrt. Ich zittere noch immer – aber ich bin sehr glücklich, eine Runde weiter zu sein“, strahlte sie beim Interview nach ihrem Coup. Gegen Rybakina befindet sich Potapova trotz einer ausgeglichenen 1:1-Bilanz nun allerdings klar in der Außenseiterinnenrolle.
Kein Erfolgserlebnis war diesmal dahingegen Österreichs wiedervereintem Paradedoppel Alexander Erler und Lucas Miedler vergönnt, der Tiroler und der Niederösterreicher zogen in der ersten Runde des ATP-Masters-1000-Doppelbewerbs gegen Yuki Bhambri (Indien) und Michael Venus (Neuseeland) hauchdünn mit 5:7, 6:7 (1) den Kürzeren.